Die moderne Tierbewegung

Zum Begriff „Tierbewegung“

Im englischsprachigen Raum ist beiläufig bereits von einem „animal movement“ – von einer Tierbewegung – die Rede. Gemeint ist in etwa eine Bewegung, die sich recht unbestimmt für die Tiere einsetzt. Eine konkrete Definition gibt es bisher scheinbar noch nicht.

In den deutschsprachigen Diskurs ist dieser Begriff erst im September 2012 eingeführt worden. Die Zeitschrift Tierbefreiung – das aktuelle Tierrechtsmagazin veröffentlichte in Heft 76 als Titelstory den Artikel „Die moderne Tierbewegung. Der schützende Rahmen für Einzelbewegungen und deren Profile“.

Der Begriff „Tierbewegung“ wird in dem Artikel mit einer Doppelbedeutung versehen. Auf der einen Seite stellt er einen Rahmen für Einzelbewegungen dar. Auf der anderen Seite erhält die Bewegung ein eigenes Profil.


Tierbewegung als (künstliche) Bewegung

Die moderne Tierbewegung gibt es insofern schon, dass viele „für die Tiere“ Engagierte in eben diesem Engagement bereits das Gemeinsame und Verbindende sehen und sich einer gemeinsamen Bewegung zugehörig fühlen. Einer Bewegung, die sich „für die Tiere“ einsetzt. Ungeachtet aller Unterschiede in den Ansichten und Entwicklungen setze man sich dafür ein, dass die Lebenssituation der Tiere oder ihr moralischer Status sich verbessere. Die bisherige Bezeichnung für die gemeinsame Bewegung war (fälschlich) „Tierrechtsbewegung“.

Darüber hinaus, dass es diese Tierbewegung bereits gibt, als eine übergreifende Bewegung, die „für die Tiere“ Engagierte miteinander vereint, soll sie ein Profil erhalten und gewisse Funktionen erfüllen.


Die moderne Tierbewegung als Rahmen für Einzelbewegungen

Offensichtlich engagieren sich Menschen sehr vielfältig und mit sehr unterschiedlichen Ansichten für die nicht-menschlichen Tiere. Häufig sind die Ansichten nicht miteinander vereinbar, sondern stehen sich sogar entgegen. Dies führt häufig zu Streitigkeiten, weil nicht erkannt wird, dass nicht alle, die sich „für die Tiere“ aktiv einsetzen, dieselben Ziele haben, sondern unterschiedlichen Bewegungen angehören. Gestritten wird jedoch, als ginge es um eine gemeinsame Ausrichtung, auf die sich geeinigt werden müsste.

Betrachtet man die unterschiedlichen Ansichten, lässt sich leicht feststellen, dass es sich um unterschiedliche Bewegungen und Strömungen handelt. Diese haben manchmal lediglich gemeinsam, sich „für die Tiere“ einzusetzen, verfolgen aber Ziele, die den Zielen anderer Bewegungen innerhalb der Tierbewegung widersprechen.